Lebensqualität

Subjektives Wohlbefinden ist hoch

Das Urteil der Österreicherinnen und Österreicher zu ihrer allgemeinen Lebenssituation fällt höchst positiv aus: Nahezu drei Viertel bezeichnen sich selbst als zufrieden, lediglich zehn Prozent als unzufrieden . Ein Blick auf die jeweils positivsten bzw. negativsten Antworten unterstreicht diesen erfreulichen Befund: 20 Prozent sehr Zufriedene treffen auf ein Prozent sehr Unzufriedene. Wer viele Lebensjahre hinter sich gebracht hat (60plus: 83 %, 70plus: 87 %), wer einen sehr hohen sozioökonomischen Status besitzt (86 %) und wer sehr gut verdient (84 %), ist noch weit zufriedener als der Durchschnitt. Wie wichtig die Einkommenshöhe hier ist, zeigt sich am anderen Ende der Skala noch deutlicher: Nur knapp mehr als die Hälfte der Bezieherinnen und Bezieher niedrigster Einkommen bezeichnen sich selbst als zufrieden (52 %), 22 Prozent als unzufrieden. Aufmerken lässt, dass auch die Jungen unterdurchschnittliche Werte aufweisen. Die Altersgruppe 30minus ist gerade einmal genauso zufrieden wie die Befragten mit sehr niedrigem sozioökonomischem Status (66 bzw. 68 %). Unterschiede gibt es auch zwischen Land- und Stadtbevölkerung: Menschen, die in ländlichen Gebieten wohnen, zeigen sich zu 79 Prozent zufrieden mit ihrer Lebenssituation, jene, die in großen Städten oder in Wien leben, nur zu 69 bzw. 67 Prozent.

Abbildung 9: Zufriedenheit mit der Lebensqualität insgesamt

Familiäre und soziale Kontakte sowie Wohnverhältnisse stimmen zufrieden

Besonders gut ist das soziale Wohlbefinden in Österreich: Die familiäre Situation wurde von allen abgefragten Lebenszusammenhängen am besten bewertet: 76 Prozent Zufriedenen stehen zehn Prozent Unzufriedene gegenüber (Abbildung 10). Ebenfalls positiv wahrgenommen werden die Sozialkontakte (72 %). Von den materiellen Elementen des Wohlbefindens schneiden die Wohnverhältnisse am besten ab (74 % Zufriedene), die aber mit Blick in Zukunft als besonders bedroht wahrgenommen werden: Mehr als die Hälfte (52 %) blickt in puncto leistbarem Wohnraum pessimistisch in Zukunft. Zwei Drittel sind mit dem eigenen Bildungs- bzw. Ausbildungsgrad zufrieden, eine kaum geringere Anzahl mit ihrer aktuellen hauptsächlichen Tätigkeit, gemeint sind Beruf, Schule, Haushalt usw. (62 %). Nicht nur von den materiellen, sondern von allen abgefragten Faktoren am schlechtesten bewertet wurde die finanzielle Situation des Haushalts, aber auch da überwiegen die positiven Stimmen (55 %, neg.: 18 %). Auch das körperliche Wohlbefinden ist gut: 62 Prozent sind mit ihrem allgemeinen Gesundheitszustand zufrieden, 16 Prozent sind dies nicht.

Wie für die allgemeine Lebenssituation  gilt auch für die einzelnen Lebensbereiche, dass ein niedriges Einkommen und ein schlechter sozioökonomischer Status unzufrieden macht – und umgekehrt: ein hohes Einkommen und ein guter sozioökonomischer Status zufrieden. Auch hier gilt, dass Österreicherinnen und Österreicher, die in ländlichen Gebieten wohnen, durchgehend positivere Antworten geben als jene aus der Stadt, zum Teil beträchtlich positivere, z.B. in Bezug auf die familiäre Situation, die Wohnverhältnisse und den Bildungsstand. Und tendenziell sind soziales und materielles Wohlbefinden der Jüngsten eher schlecht, speziell im Vergleich mit jenem der Generationen 60plus.

Die Zufriedenheit mit dem Berufsleben ist sehr gut

Abbildung 10: Zufriedenheit mit einzelnen Lebensbereichen

Die Österreicherinnen und Österreicher bewerten ihre Wochenarbeitszeit sowie die Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben sehr gut: Jeweils ein Fünftel äußert sich sehr positiv, gute zwei Fünftel eher positiv (Abbildung 11). Dagegen stehen nur wenige explizit negative Stimmen: elf Prozent bezüglich Arbeitszeit und 13 Prozent bezüglich Vereinbarkeit. Mit ihrem Einkommen sind die Österreicherinnen und Österreicher etwas weniger zufrieden, nämlich zu 54 Prozent; der Anteil der ausdrücklich Unzufriedenen liegt bei 17 Prozent; das passt zur Bewertung der finanziellen Situation des Haushalts (s. o.).

Abbildung 11: Zufriedenheit mit Arbeitsbereichen

Je älter die Österreicherinnen und Österreicher sind, desto zufriedener sind sie mit Arbeitszeit, Vereinbarkeit und Einkommen. Die Generation 30minus hat nicht nur im Altersvergleich die schlechtesten Werte, sondern auch schlechtere als der Durchschnitt. Dass Niedrigstverdienende mit ihrem Einkommen sehr unzufrieden sind, liegt auf der Hand, das gilt jedoch auch für ihre Arbeitszeit (pos.: 54 %, neg.: 27 %) und die Möglichkeiten der Vereinbarkeit (pos. 46 %, neg.: 22 %). Zwischen ländlichen Gebieten und großen Städten bzw. Wien gibt es kaum Differenzen, was die Zufriedenheit mit dem Arbeitsleben anlangt, außer beim Einkommen: Hier sind die Werte der Städterinnen und Städter besser (59 %, ländlich: 53 %). Menschen mit Migrationshintergrund sind mit den drei abgefragten Aspekten des Arbeitslebens leicht unterdurchschnittlich zufrieden, Frauen sind ein wenig zufriedener als Männer vor allem in Bezug auf die Arbeitszeit (66 %, Männer: 59 %), was zum Teil auf die deutlich höhere Teilzeitquote bei den Frauen zurückgeführt werden kann.

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